Es fing mit einer Frage am Küchentisch an. Zwei Eltern, ein Kind — und die Frage, was wir ihr da eigentlich aufs Brot geben. Jeder Ratgeber sagt, Olivenöl sei das Beste, was man einem Kind geben kann. Keiner sagt, woran man erkennt, ob das Öl im eigenen Regal noch etwas taugt.
Also haben wir die Flasche umgedreht. Da stand ein Mindesthaltbarkeitsdatum und „abgefüllt in Italien“. Keine Sorte, kein Lesetag, keine Zahl. Kein Skandal — einfach ein Nichts. Man kann es nicht herausfinden. Dreh Deine Flasche um: Bei den meisten steht dort dasselbe.
Der Ort, der schon da war
Jessicas Wurzeln liegen in Rossano, an der ionischen Küste Kalabriens. Was für jeden anderen eine Recherche gewesen wäre, war für sie ein Anruf. Die Zone hat eine eigene Leitsorte, die Dolce di Rossano — außerhalb Kalabriens kennt sie kaum jemand, sortenrein ist sie fast nirgends zu bekommen.
Wir sind hingefahren.
Anderthalb Jahre
Höfe, Mühlen, Pressgänge, Proben. Nicht romantisch — mühsam. Am Ende stand keine Entdeckung, sondern eine Regel: Gekauft wird ausschließlich im Comune Corigliano-Rossano, sortenrein, nach Pressfenster und Säurewert.
Wir nehmen nicht alles, was uns angeboten wird. Was wir ablehnen, steht in derselben Regel wie das, was wir nehmen.
Der Beweis
Gee ist Techniker. Er glaubt einer Aussage, wenn eine Messung dahintersteht — von Berufs wegen misstrauisch gegen alles, was nur behauptet wird. Deshalb geht jeder Jahrgang an ein akkreditiertes Labor: COI-Methode, Bericht mit Nummer.
Der Bericht war nie als Marketingmaterial gedacht. Er war das, was einer von uns beiden brauchte, um selbst zu glauben, dass es stimmt. Gemessen, nicht behauptet.
Der Name
TERRA DI GAIA — man kann das als die griechische Erdgöttin lesen, die Erde, aus der alles kommt. Die Lesart ist schön, und sie ist nicht falsch. Die wahre ist kleiner: So heißt unsere Tochter.
Sie ist der Maßstab: Wir verkaufen nichts, was wir ihr nicht geben würden.