Die großen Namen der italienischen Olive kommen aus der Toskana oder Apulien. Unsere kommt von keinem von beiden. Sie heißt Dolce di Rossano und wächst fast nur dort, wo wir zu Hause sind — in den Hügeln rund um Rossano, an der ionischen Küste Kalabriens.
„Dolce“, die Süße, heißt sie wegen ihres milden, runden Charakters. Es ist eine Sorte, die man außerhalb Kalabriens kaum findet.
Zwei Charaktere aus einer Olive
Das Schöne an der Dolce di Rossano: Aus ein und derselben Olive lassen sich zwei sehr verschiedene Öle pressen — es kommt nur auf den Erntezeitpunkt an.
Früh gelesen, noch grün, ergibt sie unseren dichten, würzigen Intenso. Etwas später, reifer, wird daraus der ausgewogene, vielseitige Nobile. Derselbe Hügel, dieselbe Sorte, zwei Handschriften.
Warum so selten?
Kalabrien war über Jahrzehnte die stille Olivenöl-Region Italiens — viel Menge, wenig Name, ein großer Teil ging anonym in den Verschnitt. Sorten wie die Dolce di Rossano blieben darum unter dem Radar.
Wir finden: zu Unrecht. Was hier wächst, hat eine eigene Stimme. Wir geben ihr nur die Flasche dazu.